Psychologie

Die Begriffe "Heimvorteil", "Angstgegner", "Favoriten" und "Tagesform" hören wir immer wieder. Was aber bedeuten diese Begriffe tatsächlich und woher stammen sie überhaupt? Alles, was Menschen tun oder machen, ist vorher durch ihren Kopf gegangen. Der sportliche Bereich ist hierbei nicht auszugrenzen. Jeder von uns verbirgt verschiedene Ängste und Sorgen. Ein Spieler, der Angst davor hat, Fehler zu machen, wird sie mit Sicherheit auch im falschen Moment machen. Sobald der Spieler unsachlich kritisiert wird, sind weitere Fehler bereits vorprogrammiert. Jeder Mensch stellt ein Individuum dar, und deshalb können keine starren Strategien durchgeführt werden. Der Trainer ist somit darauf angewiesen, ausführliche Gespräche zu führen, psychologische Erfahrungen und auch anderweitig erworbene Kenntnisse einzusetzen. Aufbauend auf diese Kenntnisse kann der Trainer später die richtigen Entscheidungen treffen.

Im Jugendbereich sollte ein Trainer sehr viel Geduld mitbringen. Während der Pubertät werden sowohl Emotionen als auch Motivationen erheblich durch den körperlichen Umwandlungsprozess beeinflusst. Die Reaktionen der Umwelt fließen in die eigene Person und die externe Erwartungshaltung beeinflusst das Verhalten und somit das psychologische Befinden des jungen Spielers. Ein Trainer im Jugendbereich sollte auf jeden Fall folgende Fähigkeiten mitbringen:

  • Er sollte gut mit Kindern umgehen können.
  • Er sollte verständnisvoll sein.
  • Er sollte die Übungen demonstrieren und vormachen können.
  • Er sollte großes Durchsetzungsvermögen haben.
  • Er sollte viel Geduld aufbringen können.
  • Er sollte motivierend einwirken.
  • Er muss seine Spieler aufmuntern und loben.
  • Er sollte sehr gut zuhören können.

Pubertät:

10-12 jährige:
Die vorpubertäre Phase bei 10-12 jährigen ist mit Neugier ausgeprägt. Vielleicht gerade deshalb ist diese Phase mit den größten Lernerfolgen gekennzeichnet. Die hohe Bewegungsfreude in Kombination mit einer nachlassenden Konzentration ist zu beobachten.

13-15 jährige:
Die Proportionen des Körpers ändern sich schlagartig durch zunehmendes Längenwachstum. Die ersten Schwierigkeiten der Bewegungsmotorik treten während dieser Phase auf. Die Seelenzustände wie psychologische Unausgeglichenheit können ein freudiges Erlernen des Fußballspiels bremsen und die kontinuierliche Entwicklung eindämpfen. Differenzierung des Trainings ist in der ersten Phase besonders wichtig. Durch die unterschiedlichen Zeitpunkte des Einsetzen der Pubertät tritt ein körperliches und damit auch ein leistungsmäßiges Gefälle auf, welches sehr extrem sein kann.

16-18 jährige:
Im Zuge des wieder eintretenden Breitenwachstums gleichen sich die Körperproportionen wieder an und die Lern- bzw. Leistungsbereitschaft steigt erneut. Obwohl manche Pubertät durchaus über das Alter von 18 Jahren hinausgeht, können für die älteren Spieler die Anpassung an das Erwachsenenniveau während des Trainings vorgenommen werden.


Motivation:

Menschen, die an etwas glauben oder ein Ziel verfolgen, werden auch dafür kämpfen. Erfolgs- oder Misserfolgserlebnisse prägen die Spieler. Eine leicht lösbare Aufgabe, die ohne Anstrengung bewältigt wird, ist nicht unbedingt mit einem Erfolgserlebnis verbunden. Das gleiche gilt, wenn die Erreichung des Ziels von vornherein unmöglich erscheint. Dabei wird ein Misserfolg nicht als solcher empfunden ("...das wusste ich auch vorher").

Die nachfolgenden Grundgedanken können Misserfolge vermeiden und Erfolgserlebnisse schaffen:

  • Jeder Sportler braucht Erfolgserlebnisse.
  • Unter- oder Überforderungen vermeiden.
  • Unterstütze die Sportler dabei, dass sie sich selber reale Ziele setzen.
  • Bei der Belastung eines Sportlers sollte der psychologische Zustand einkalkuliert werden.

Die Psychologie ist ein sehr ausgeprägtes Spektrum und erfordert sehr hohe soziale Kompetenzen. Ein Gespräch mit einem Menschen wird unter Umständen mehr Informationen liefern als jede Literatur, die man gelesen hat. "Zuhören" ist ein Phänomen das nicht jeder beherrscht - aber es ist durchaus erlernbar.